Glossar

Wichtige Begriffe rund um digitale Medien – einfach erklärt

A

Algorithmus

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Computer, die bestimmt, welche Inhalte du in Apps siehst. TikTok, Instagram und YouTube nutzen Algorithmen, um deinen Feed zu personalisieren – basierend auf deinem bisherigen Verhalten.

Beispiel: Der TikTok-Algorithmus lernt nach 8 Videos, was dir gefällt, und zeigt dir immer mehr davon.

Autoplay

Funktion, bei der das nächste Video/die nächste Folge automatisch startet, ohne dass du klicken musst. Ziel: Dich länger auf der Plattform halten.

Beispiel: Netflix startet die nächste Folge nach 5 Sekunden – du musst aktiv "Stopp" sagen.
Siehe auch:Infinite Scroll, Engagement

C

Cybergrooming

Erwachsene geben sich im Internet als Jugendliche aus, bauen Vertrauen auf und fordern später intime Fotos oder ein Treffen. Strafbar!

Beispiel: Fremde Person schreibt dich an, macht Komplimente, fragt nach privaten Infos oder Bildern.
Siehe auch:Sextortion, Phishing

Cybermobbing

Belästigung, Beleidigung oder Bedrohung über digitale Medien. Anders als auf dem Schulhof hört es nie auf – es verfolgt Opfer bis nach Hause, 24/7.

Beispiel: Beleidigungen in Klassenchats, peinliche Fotos ohne Erlaubnis verbreiten, Fake-Profile erstellen.
Siehe auch:Netiquette, Doxxing

D

Dark Patterns

Designtricks, die dich zu Dingen verleiten, die du eigentlich nicht willst. Absichtlich irreführend gestaltet.

Beispiel: "Nein danke, ich will dumm bleiben" statt einfach "Nein" – manipuliert dich zu Ja-Klicks.
Siehe auch:Manipulation, Fake Urgency

Datenschutz

Der Schutz deiner persönlichen Daten (Name, Adresse, Fotos, Chatverläufe). In der EU durch die DSGVO geregelt.

Beispiel: Du kannst von jeder App verlangen, alle deine Daten zu löschen (Recht auf Löschung).
Siehe auch:DSGVO, Tracking, Verschlüsselung

Deepfake

Mit KI erstellte Videos/Bilder, die täuschend echt aussehen. Kann missbraucht werden für Fake News, Betrug oder Rufschädigung.

Beispiel: Video eines Politikers, der etwas sagt, was er nie gesagt hat – komplett gefälscht.
Siehe auch:Fake News, Manipulation

Dopamin

Botenstoff im Gehirn, der als "Glückshormon" bekannt ist. Wird ausgeschüttet bei Belohnungen. Apps nutzen das gezielt aus, um süchtig zu machen.

Beispiel: Jedes Like, jeder Kommentar löst Dopamin-Ausschüttung aus – wie beim Glücksspiel.
Siehe auch:Sucht, Variable Belohnung

Doxxing

Private Informationen (Adresse, Telefonnummer, Schule) von jemandem ohne Erlaubnis im Internet veröffentlichen. Strafbar!

Beispiel: Jemand postet deine Adresse in einem Chat, um dich zu bedrohen.
Siehe auch:Cybermobbing, Privatsphäre

DSGVO

Datenschutz-Grundverordnung der EU (seit 2018). Gibt dir Rechte über deine Daten: Auskunft, Löschung, Berichtigung.

Beispiel: Du kannst Instagram fragen: "Welche Daten habt ihr über mich?" – die müssen binnen 30 Tagen antworten.
Siehe auch:Datenschutz, Privatsphäre

E

Engagement

Maß dafür, wie stark Nutzer mit Inhalten interagieren (Likes, Kommentare, Shares, Verweildauer). Apps wollen Engagement maximieren.

Beispiel: Je mehr du kommentierst und likest, desto höher dein Engagement – und desto mehr Zeit verbringst du in der App.
Siehe auch:Algorithmus, Dopamin

F

Fake News

Absichtlich falsche oder irreführende Nachrichten, die als echt präsentiert werden. Verbreiten sich 6x schneller als echte News.

Beispiel: "Prominenter XY ist gestorben" – ohne echte Quelle, nur um Clicks zu generieren.
Siehe auch:Deepfake, Filterblase, Faktenchecks

Filterblase (Filter Bubble)

Algorithmen zeigen dir nur Inhalte, die deine bisherigen Ansichten bestätigen. Du siehst immer mehr vom Gleichen – andere Perspektiven verschwinden.

Beispiel: Du schaust ein Video über Verschwörungstheorien → Algorithmus zeigt dir nur noch solche Videos.
Siehe auch:Algorithmus, Echokammer

FOMO

Fear of Missing Out – Angst, etwas zu verpassen. Social Media erzeugt FOMO gezielt, um dich ständig online zu halten.

Beispiel: "5 Freunde sind online" oder "Story verschwindet in 2h" erzeugen Druck, jetzt zu schauen.
Siehe auch:Dopamin, Social Proof

I

Infinite Scroll

Der Feed endet nie – du kannst endlos weiterscrollen. Kein natürlicher Stopp, kein "Du bist am Ende angelangt".

Beispiel: Instagram, TikTok, Twitter – es gibt immer noch ein Video mehr. Erfinder Aza Raskin bereut seine Erfindung.
Siehe auch:Autoplay, Dopamin, Kontrollverlust

Influencer

Person mit großer Reichweite auf Social Media, die Meinungen und Kaufentscheidungen beeinflussen kann. Verdienen oft Geld durch Werbung.

Beispiel: YouTube-Stars, Instagram-Models – oft ist unklar, wann sie bezahlte Werbung machen.
Siehe auch:Werbung, Manipulation

M

Medienkompetenz

Die Fähigkeit, Medien zu verstehen, zu bewerten, verantwortungsvoll zu nutzen und selbst zu gestalten. Überlebensfähigkeit im digitalen Zeitalter.

Beispiel: Fake News erkennen, Quellen prüfen, bewusst nutzen, respektvoll kommunizieren.
Siehe auch:Medienkritik, Netiquette

N

Netiquette

Netz + Etikette = Verhaltensregeln im Internet. Online gelten die gleichen Anstandsregeln wie offline.

Beispiel: Respektvoll bleiben, keine Beleidigungen, Quellen nennen, keine GROSSBUCHSTABEN (= Schreien).
Siehe auch:Cybermobbing, Medienkompetenz

P

Phishing

Gefälschte E-Mails/SMS/Nachrichten, die versuchen, an deine Passwörter oder Kreditkartendaten zu kommen. Oft getarnt als "offizielle" Nachricht.

Beispiel: "Dein Paket konnte nicht zugestellt werden, klicke hier" – führt zu gefälschter Website.
Siehe auch:Betrug, Identitätsdiebstahl

Privatsphäre

Dein Recht, selbst zu entscheiden, welche Infos über dich öffentlich sind. Im Internet oft schwer zu kontrollieren – einmal gepostet, für immer im Netz.

Beispiel: Profile auf privat stellen, Standort-Tracking deaktivieren, nicht zu viel persönliche Infos teilen.
Siehe auch:Datenschutz, DSGVO

S

Screenshot

Bildschirmfoto, das den aktuellen Bildschirminhalt speichert. Wichtig als Beweis bei Cybermobbing oder Betrug.

Beispiel: Bei Beleidigungen in Chats: Screenshot machen, bevor die Person die Nachricht löscht.
Siehe auch:Cybermobbing, Beweissicherung

Sextortion

Sexuelle Erpressung: Täter fordern intime Fotos/Videos und drohen damit, diese zu veröffentlichen, wenn du nicht zahlst oder mehr schickst.

Beispiel: Fremde Person baut Online-"Beziehung" auf, fordert Bilder, droht dann mit Veröffentlichung.
Siehe auch:Cybergrooming, Erpressung

Social Proof

Psychologisches Phänomen: Menschen orientieren sich an dem, was andere tun. Apps nutzen das mit "1.000 Likes", "Trending Now".

Beispiel: "Alle schauen dieses Video" → Du fühlst dich unter Druck, es auch zu schauen (FOMO).
Siehe auch:FOMO, Manipulation

Streaks

Snapchat-Feature: Flammen-Symbol zeigt, dass du und ein Freund X Tage in Folge geschrieben habt. Erzeugt sozialen Druck, täglich zu antworten.

Beispiel: Wenn du einen Tag nicht antwortest, ist die Streak weg – Jugendliche fühlen sich verpflichtet, täglich zu schreiben.
Siehe auch:Dopamin, Verlustangst

T

Tracking

Apps/Websites verfolgen dein Verhalten: welche Seiten du besuchst, wie lange, was du klickst. Daten werden für Werbung und Profiling genutzt.

Beispiel: Du googelst "Sneakers" → überall siehst du jetzt Sneaker-Werbung (weil du getrackt wurdest).
Siehe auch:Cookies, Datenschutz, Profiling

Trolling

Absichtlich provozieren und stören in Online-Diskussionen, um Reaktionen zu erzeugen. Oft ohne echtes Interesse am Thema.

Beispiel: Jemand postet bewusst kontroverse Aussagen, nur um andere aufzuregen und Streit zu provozieren.
Siehe auch:Netiquette, Flamewars

V

Variable Belohnung

Du weißt nie, wann die nächste Belohnung kommt – genau wie beim Glücksspiel. Extrem süchtig machend.

Beispiel: Pull-to-Refresh (nach unten ziehen zum Aktualisieren) funktioniert wie ein Spielautomat – du weißt nie, was kommt.
Siehe auch:Dopamin, Sucht, Infinite Scroll

Verschlüsselung

Technik, die Nachrichten/Daten so verändert, dass nur Absender und Empfänger sie lesen können. Wichtig für Sicherheit.

Beispiel: WhatsApp nutzt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung – nicht mal WhatsApp selbst kann mitlesen.
Siehe auch:Datenschutz, Sicherheit

W

Werbung (personalisiert)

Anzeigen, die speziell für dich zugeschnitten sind – basierend auf deinem Verhalten, deinen Interessen, deinem Profil.

Beispiel: Du redest über Pizza → plötzlich siehst du Pizza-Werbung (App hört mit oder trackt deine Suchen).
Siehe auch:Tracking, Algorithmus, Profiling

Z

Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)

Zusätzliche Sicherheitsstufe: Nach Passwort brauchst du noch einen Code von deinem Handy. Selbst wenn jemand dein Passwort hat, kommt er nicht rein.

Beispiel: Instagram-Login: Passwort + Code per SMS. Viel sicherer als nur Passwort.
Siehe auch:Sicherheit, Passwort, Identitätsdiebstahl